Wie sich die internationale Zusammenarbeit von Hochschulen stärken lässt

BW_i lud baden-württembergische und internationale Hochschulen sowie Expert*innen zu einem intensiven Austausch ein.

“Navigating new frontiers of internationalization together” – unter diesem Motto kamen am 3. und 4. März 2021 rund 300 Hochschulvertreter*innen und Expert*innen aus Baden-Württemberg und aller Welt zusammen, um virtuell zu diskutieren, wie sich internationale Kooperationen – auch in Zeiten von Corona – festigen lassen.

Hochschulen sind die am besten vernetzten Institutionen weltweit. Mit "Baden-Württemberg Universities meet the world" bieten wir ihnen eine Plattform für den internationalen Austausch über kreative Herangehensweisen und Lösungen, um globale Herausforderungen erfolgreich zu meistern. Einblicke in verschiedene Perspektiven und Länder helfen uns dabei, ein gemeinsames Verständnis zur Stärkung der Kooperationen zu entwickeln.

Dr. Christian Herzog Geschäftsführer von BW_i

Marijke Wahlers, Leiterin der Internationalen Abteilung der Hochschulrektorenkonferenz, machte in ihrer Rede zum Thema "Internationale Hochschulpartnerschaften in herausfordernden Zeiten" auf zwei Dimensionen der Internationalisierung aufmerksam. So sprach sie bezugnehmend auf die externe Dimension von den Anpassungen, die die Hochschulen aufgrund der Corona-Pandemie weltweit vornehmen mussten. Zwar habe sich gezeigt, dass sich Hochschulpartnerschaften auch im Pandemiekontext als stark und nachhaltig erwiesen haben. Auf der anderen Seite sei offensichtlich, dass die Vernetzung und der Aufbau neuer Partnerschaften schwieriger geworden seien. Auch thematisierte sie unter anderem den weltweiten Wandel des politischen Klimas, auf den sich Hochschulen einstellen müssten. Aus Sicht der internen Dimension „müssen die Hochschulen die gesamte Entwicklung sehen. Jetzt ist es an der Zeit, eine Analyse des Status Quo vorzunehmen und eine klare institutionelle Internationalisierungsstrategie für die kommenden Jahre zu entwickeln“, so Marijke Wahlers.

 

Joann Ng Hartmann, Senior Director, IEM-ISS Service bei der NAFSA: Association of International Educators, sprach über die Internationalisierung von Hochschulen im Inland. Zwar würde der Wunsch nach Auslandsaufenthalten und -erfahrungen immer bleiben, doch müsse Internationalisierung in Zukunft lokal und global virtuelle Komponenten aufweisen, um den künftigen Herausforderungen gewachsen zu sein. Hierfür sei es unabdingbar, eine Internationalisierungsstrategie zu entwickeln, Innovationen zu schaffen und out of the box zu denken. Hochschulen müssten eine Mission, Vision und Ziele definieren, um bei der Internationalisierung im Inland erfolgreich zu sein.

 

Dr. Andreas Weber, Abteilungsleiter des Bereichs Bildung bei der Baden-Württemberg Stiftung, teilte in seinem Vortrag einige Gedanken über das Dilemma zwischen Nachhaltigkeit und Wissensaustausch in der Hochschulbildung. So verwies er auf die hohe Anzahl an Reisen, die sich durch Studierendenaustausche ergeben, und den damit verbundenen CO²-Ausstoß. Zwar sollen interkulturelle Erfahrungen gefördert werden, gleichzeitig sollte der ökologische Fußabdruck möglichst gering sein. Weber sprach andere Formen des Austauschs an – so seien Online-Lern- und Kommunikationsmittel eine Alternative. Die Erlaubnis zur Teilnahme an Online-Kursen an anderen Universitäten im Ausland und beispielsweise virtuelle Treffen könnten die Internationalisierung im Inland unterstützen und gleichzeitig den CO²-Ausstoß reduzieren. Hochschulen weltweit sollten deshalb die Qualität und Quantität ihrer Studierendenaustausche prüfen, klare Ziele setzen und auf die Mittel der Digitalisierung zurückgreifen.

 

Im Anschluss an die Einschätzungen durch die Expert*innen folgten interaktive Sessions, in denen die Teilnehmenden diskutierten,

  • wie der virtuelle Austausch gemeinsam gestaltet werden kann,
  • wie Internationalisierung für Studierende vom Inland aus intensiviert werden kann,
  • wie internationale Partnerschaften zwischen Hochschulen während herausfordernden Zeiten gestärkt werden können,
  • wie Nachhaltigkeit in der Hochschulbildung ausgebaut werden kann und
  • wie sich Start-up-Initiativen zwischen Studierenden, Alumni und Wissenschaftler*innen internationalisieren lassen.

Neben den interaktiven Sessions nutzten die Teilnehmenden bereits im Vorfeld die Gelegenheit, sich miteinander zu vernetzen und konkrete Kooperationsgespräche zu vereinbaren.

Katrin-Cécile Ziegler moderierte die Veranstaltung.

Katrin-Cécile Ziegler moderierte die Veranstaltung.

In-Sook Choi

Wissenschaft, Forschung und Kunst Länderbereiche ASEAN, Japan, Korea und Australien

Julia Simon

Wissenschaft, Forschung und Kunst Länderbereich Russland, GUS, MOE

Dr. Hai Sun

Wissenschaft, Forschung und Kunst Länderbereich China und Taiwan

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