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„Die nächsten fünf bis zehn Jahre bleibt China hochinteressant“

Der neue Geschäftsführer des bw-i-Büros in China, Bernhard Weber, über die Chancen der baden-württembergischen Wirtschaft in China.

Der neue Geschäftsführer von bw-i China, Bernhard Weber

27. Juli 2018 – Herr Weber, Sie leben seit über 20 Jahren in China und haben den rasanten Aufstieg des Landes zur zweitgrößten Wirtschaftsmacht der Welt miterlebt. Lohnt sich für einen Mittelständler aus Baden-Württemberg der Markteinstieg überhaupt noch?

Weber: Ein klares Ja. China ist ein riesiger, relativ homogener Markt mit rund 1,4 Milliarden Einwohnern und nach wie vor starken Raten beim Wirtschaftswachstum. Langsam, aber sicher festigen sich auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für ausländische Investoren. So ist zum Beispiel eine Unternehmensgründung heute leichter als noch vor fünf Jahren. Dennoch bleibt es dabei: China ist kein einfacher Markt.

Warum?

Weber: Da sind zum einen die kulturellen Unterschiede. Die Chinesen kommunizieren und verhandeln anders als wir. Ihre Herangehensweise und ihre Sicht auf die Welt sind komplett unterschiedlich zu unserer.  Das muss man verstehen, wenn man dort erfolgreich sein will. Zum anderen bleiben Rechtsunsicherheiten bestehen. So rate ich etwa jedem Unternehmen, das in den chinesischen Markt strebt, sich in Sachen Marken- und Patentschutz umfassend abzusichern.

Mit dem Programm „Made in China 2025“ vollzieht China den Wechsel von der verlängerten Werkbank hin zur innovativen Industriemacht. In welchen Bereichen sehen Sie noch Chancen für die hiesigen kleineren Unternehmen?

Weber: Im Spezialmaschinenbau und bei -werkzeug, im Bereich neue Materialien oder Fertigungsprozesse sind wir beispielsweise sehr gut positioniert. Aber auch in vielen anderen Feldern ist es für eine kleinere Firma möglich, Nischen zu finden und in China erfolgreich arbeiten zu können. Die nächsten fünf bis zehn Jahre bleibt China hochinteressant.

Profitieren unsere Firmen noch vom guten Ruf „Made in Germany“?

Weber: Kaum ein Land hat so einen positiven Einfluss und ein gutes Image in China wie  Deutschland. Ich würde sogar sagen, dass die Südschiene mit Baden-Württemberg und Bayern einen besonderen Imagebonus in China hat.

Seit 2003 bietet das bw-i-Büro den sogenannten Firmenpool für die baden-württembergische Wirtschaft an. Ist dieses Angebot noch zeitgemäß?

Weber: Für kleinere und mittlere Unternehmen gibt es nach wie vor keine einfachere und preiswertere  Form des Markteintritts. Über den Firmenpool können die Unternehmen auf die Infrastruktur und Erfahrung von bw-i China zurückgreifen. Wir rekrutieren für sie die passenden chinesischen Mitarbeiter und betreuen deren tägliche Arbeit. Der Vorteil für die Mitglieder im Firmenpool liegt auf der Hand: Sie haben jemanden vor Ort, sparen aber die Anlaufkosten für eine eigene Niederlassung. Dementsprechend groß ist die Nachfrage nach den rund 20 Plätzen im Pool.

Sie waren über 20 Jahre lang als Führungskraft für verschiedene deutsche Unternehmen in China tätig, zuletzt für die BSH Hausgeräte GmbH. Warum nun der Wechsel in eine Landesagentur wie Baden-Württemberg International? 

Weber: In der Wirtschaft gilt häufig die Regel, dass man mit 60 Jahren in den Vorruhestand geht. Das war auch bei mir der Fall. Als gebürtiger Badener freue ich mich, nun für die hiesige Wirtschaft sowie als Repräsentant des Landes Baden-Württemberg in China zu arbeiten. Ich verstehe mich als Brückenbauer zwischen den Kulturen und werde meine langjährige Erfahrung sowie mein Netzwerk vor Ort nutzen, um die Beziehungen zwischen dem Südwesten und China voranzubringen. 

Bernhard Weber ist seit Mitte Juli der neue Geschäftsführer der Baden-Württemberg International Economic and Scientific Cooperation (Nanjing) Co., Ltd., einer 100-prozentigen bw-i-Tochter. 


Ansprechpartnerin

Annette  Rueß

Annette Rueß

Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Tel.: +49 (0)711 22787-989
Fax: +49 (0)711 22787-22
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