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Kuba: Schwieriger Markt mit Potential

bw-i lud zu einer Informationsveranstaltung für baden-württembergische Unternehmen über die Chancen und Herausforderungen auf der Karibikinsel.

Johannes Hauser, Geschäftsführer der AHK Karibik und Zentralamerika, informierte über den Markteinstieg in Kuba

Rund 55 Teilnehmer besuchten die bw-i-Informationsveranstaltung über Kuba

Seit US-Präsident Barack Obama und der kubanische Staatspräsident Raúl Castro Ende 2014 die Normalisierung der Beziehungen beider Länder angestoßen haben und Präsident Obama im März 2016 als erster US-Präsident seit der Revolution 1959 den Karibikstaat besuchte, ist das Land auch als interessanter Wirtschaftsstandort in den Fokus gerückt. Geschäftschancen gerade auch für deutsche Unternehmen, die auf der Karibikinsel einen guten Ruf genießen, bieten insbesondere die Branchen Medizintechnik, Energie, Wasser, Nahrungsmittelindustrie und Landwirtschaft. Des Weiteren sucht Kuba ausländische Investoren, um Importe zu ersetzen und die Tourismusinfrastruktur auszubauen. 

Kuba bleibt aber weiterhin ein schwieriges Pflaster. Die Wirtschaftslage und die Marktentwicklung hängen stark von Devisenzuflüssen ab. Die wichtigsten Einnahmequellen sind der Export von Nickel und Ölderivaten, der Tourismus, Überweisungen der Auslandskubaner, medizinische Dienstleistungen durch den Einsatz kubanischer Ärzte im Ausland sowie Ausfuhren von Zucker und Tabak. 

Auf einer Veranstaltung am 13. September 2016 im Haus der Wirtschaft in Stuttgart informierte Baden-Württemberg International über die Chancen und Herausforderungen auf dem kubanischen Markt. Johannes Hauser, Geschäftsführer der AHK Karibik und Zentralamerika, wies die rund 55 Teilnehmer darauf hin, dass besonders die Unternehmen aus Branchen, die in Kuba Devisen generieren, Chancen auf der Karibikinsel haben. Die kubanische Industrie- und Handelskammer wird im November 2016 den neuen Investitionskatalog veröffentlichen, der genau aufzeigt, welche Produkte derzeit benötigt werden. Hauser betonte, dass in Kuba ein langer Atem von Nöten ist und viel Geduld mitgebracht werden muss.

Dr. Astrid Dorfmeister von Dorfmeister & Partner Consulting bietet am kubanischen Markt interessierten Unternehmen in Zusammenarbeit mit dem lokalen Kooperationspartner Bufete Internacional eine intensive Betreuung an. Auch sie wies darauf hin, dass Investitionsprojekte bei der kubanischen Zentralregierung koordiniert, priorisiert, analysiert und begutachtet werden. Dr. Dorfmeisters Erfahrung hat gezeigt, dass die Projekte, welche Priorität für die Regierung haben, auch schnell bearbeitet werden. Solche Projekte könnten auch mit der erforderlichen Finanzierung sowie der Vergabe von Garantien rechnen. Dr. Dorfmeister stellte die vom kubanischen Investitionsgesetz zugelassenen drei Unternehmensformen für ausländische Investoren vor: Demnach sind Gemeinschaftsunternehmen,  internationale wirtschaftliche Vereinigungen sowie ausschließlich aus ausländischem Kapital bestehende Unternehmen möglich.  

Da die Finanzierung im Vorfeld geregelt sein muss, zeigte Felix Brücher von der Euler Hermes AG die Exportkreditgarantien sowie Absicherungen bei mittel- und langfristigen Zahlungsbedingungen auf. Die aktuelle Deckungspolitik für Kuba sieht das Kurzfristgeschäft für Einzelgeschäfte mit Auftragswerten bis zu einer Million Euro vor, bei Mittel- und Langfirstgeschäften gilt eine Orientierungsgröße von fünf Millionen Euro Auftragswert pro Einzelgeschäft.

Michael Reick, Director Sales von Erbe Elektromedizin in Tübingen, berichtete von seinen Erfahrungen auf Kuba. Auch er wies darauf hin, dass die direkte Präsenz  – in dem Fall MEDICUBA und EMIAT – extrem wichtig ist. Darüber hinaus sollten die Produkte einen guten Service bieten sowie die Ersatzteile lange verfügbar sein, da Techniker die Geräte selbst vor Ort warten und reparieren. Schulungen für Ärzte sind sehr wichtig, da diese nicht immer die Möglichkeit haben, an internationalen Kongressen teilzunehmen. Reick machte auch nochmals auf die sichere Finanzierung sowie die Exportkontrolle aufmerksam. Einen zweiten Erfahrungsbericht über das Engagement der MTU Friedrichshafen auf Kuba lieferte Guido Köhler. Der Manager war sieben Jahre lang Geschäftsführer bei MCV - Commercial Vehicles Manufacture SA, dem Vertragspartner von MTU. 

Baden-Württemberg International organisiert vom 16. – 20. Januar 2017 eine Delegationsreise zur Markterkundung nach Kuba. Weitere Informationen zu dieser Reise finden Sie hier.


Ansprechpartnerin

Ines  Banhardt

Ines Banhardt

Außenwirtschaft und Standortmarketing Wirtschaft
Länderbereich Lateinamerika

Tel.: +49 (0)711 22787-59
Fax: +49 (0)711 22787-22
E-Mail: 




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