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Iran zeigt großes Interesse an den Unternehmen aus dem Südwesten

Baden-Württemberg ist das erste deutsche Bundesland, das Anfang September nach dem Abschluss des Atomabkommens mit einer Wirtschaftsdelegation in den Iran reiste.

Die baden-württembergische Wirtschaftsdelegation im Iran (Foto: Martin Stollberg)

Austausch auf höchster Ebene (v.l.n.r.): Jürgen Oswald (bw-i), Minister Dr. Schmid und Dr. Mohamad Khazaei, Präsident der OIETAI (Foto: Martin Stollberg)

Kooperationsgespräche zwischen südwestdeutschen und iranischen Firmenvertretern in Isfahan (Foto: Martin Stollberg)

„Der Iran hat das Potenzial, sich im Nahen Osten zur Drehscheibe für die Wirtschaft zu entwickeln.“ Dieses positive Fazit zog Baden-Württembergs Finanz- und Wirtschaftsminister Dr. Nils Schmid MdL nach seiner Rückkehr aus dem Iran. Er zeigte sich zudem erfreut, dass die deutschen und baden-württembergischen Unternehmen im Iran willkommen seien und ihre Produkte wertgeschätzt würden.

Minister Dr. Schmid reiste mit einer 67-köpfigen Delegation aus Wirtschaft, Politik und Medien vom 4. bis 10. September 2015 in die Islamische Republik Iran. Ziel der Reise war es, nach dem Abschluss des Atomabkommens im Juli die wirtschaftspolitischen Beziehungen mit Iran wieder aufzubauen. Wenn der Iran die Atomvereinbarung einhält, fällt im ersten Quartal 2016 ein Großteil der Sanktionen gegen das Land. Dann besteht die Chance, dass der Iran sich weiter öffnet und seine Wirtschaftsbeziehungen zum Westen wieder aufnimmt.

Baden-Württemberg International (bw-i) organisierte in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Finanzen und Wirtschaft die Reise und das Programm in den beiden Städten Teheran und Isfahan. Für die 36 mitreisenden Unternehmensvertreter standen Kooperationsbörsen sowie Besichtigungen von iranischen Unternehmen (Noritazeh Glas Co, Gazsoozan Industrial Group) und Gründungszentren auf dem Programm.

„Von iranischer Seite gab es ein sehr großes Interesse an unserer Delegation und besonders an den beteiligten Unternehmen“, betonte Jürgen Oswald, Geschäftsführer von bw-i, "jetzt ist es wichtig, die Reise gut nachzubereiten, dranzubleiben und die neuen Kontakte zu pflegen". bw-i organisiert bereits für November eine zweite Delegationsreise in den Iran, dieses Mal mit Vertretern von Hochschulen und Forschungsinstituten. 

Ein großer Erfolg waren die beiden Kooperationsbörsen für die Unternehmensvertreter, die bw-i zusammen mit der Deutsch-Iranischen Industrie- und Handelskammer organisierte. In Teheran beteiligten sich rund 100 iranische Unternehmen an dem Austausch mit den Baden-Württembergern, am Standort Isfahan waren es 150 Firmenvertreter aus dem Iran. Die südwestdeutschen Unternehmen zeigten sich sehr erfreut über die Qualität der geknüpften Kontakte.

Bei den Gesprächen mit iranischen Ministern sowie weiteren hochkarätigen Vertretern aus Politik und Wirtschaft wurde deutlich, in welchen Sektoren die Iraner eine Zusammenarbeit mit Deutschland und Baden-Württemberg anstreben: Maschinenbau, Medizintechnik und Gesundheitswesen, Energie und Energieeffizienz, Umwelttechnik und Erneuerbare Energien. Dr. Mohamad Khazaei, Präsident der Organization for Investment, Economic and Technical Assistance of Iran (OIETAI) und stellvertretender Wirtschaftsminister, erklärte: „Wir wünschen uns, dass Deutschland künftig wieder eine starke Rolle in unseren internationalen Wirtschaftsbeziehungen spielen wird.“ Die OIETAI ist die zentrale Anlaufstelle im Iran für ausländische Investoren.

Vor den Sanktionen war Baden-Württemberg ein wichtiger Handelspartner des Iran. Im Jahr 2004 wurden Waren im Wert von 474 Millionen Euro nach Iran exportiert. Im Zuge der Sanktionen hatten die Exporte aus Baden-Württemberg in den Iran im Wesentlichen auf Medizin, Pflegeprodukte und Ersatzteile beschränkt werden müssen. Deshalb waren die Exporte aus Baden-Württemberg in den Iran 2014 bis auf 220 Millionen Euro zurückgegangen.


Ansprechpartner

Andreas  Pfister

Andreas Pfister

Außenwirtschaft und Standortmarketing Wirtschaft
Länderbereich Naher und Mittlerer Osten

Tel.: +49 (0)711 22787-51
Fax: +49 (0)711 22787-22
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