Afrika im Fokus

Marktchancen für deutsche Unternehmen

BW_i nahm am German-African Business Summit in Johannesburg mit einem Informationsstand teil.

Die Welt ist aktuell im Umbruch, und der Blick der Wirtschaft auf Afrika verändert sich. Der Wunsch nach Diversifikation macht afrikanische Märkte attraktiver für deutsche Unternehmen. Aber auch in Afrika ist das Interesse an einer Zusammenarbeit groß.  

Beim German-African Business Summit (GABS) in Johannesburg (06. - 08.12.2022), einer im Zweijahresrhythmus stattfindenden Veranstaltung, konnten sich interessierte Unternehmen und Institutionen über die aktuellen Entwicklungen und Marktchancen in Subsahara informieren. Der Besuch von Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz und Vizekanzler, auf dem GABS unterstrich die Bedeutung des Kontinents für Deutschland. Auch Baden-Württemberg International war mit einem eigenen Informationsstand bei der Konferenz vertreten.

Die Herausforderungen in Afrika sind so vielfältig wie die damit verbunden Marktchancen. Einige von diesen wurden auf der GABS-Konferenz intensiv beleuchtet. So fehlen nachhaltige Strukturen der Abfallwirtschaft und des Wassersektors vielerorts. Auch die Energieversorgung ist mangelhaft. In Subsahara-Afrika sind nach Schätzungen rund 600 Millionen Menschen ohne Zugang zum Stromnetz. Das sogenannte Load Shedding, hinter dem Begriff verbergen sich Blackouts von zwei bis fünf Stunden, ist selbst im stark entwickelten Südafrika Alltag.

Nicht nur für erneuerbare Energien besteht damit im ressourcenreichen Afrika großes Potential. Der Nachholbedarf im Bereich Infrastruktur ist insgesamt in Afrika sehr groß. Die EU möchte einen Beitrag zur Abhilfe leisten und hat das  Global-Gateway-Investitionspaket Afrika–Europa in  Höhe von 150 Milliarden Euro ins Leben gerufen. Damit werden konkrete Projekte, die für den Wandel stehen, von der EU, ihren Mitgliedstaaten und den europäischen Finanzinstituten gemeinsam gefördert.

Beim Thema Wasserstoff gibt es in einigen afrikanische Länder positive Entwicklungen. Südafrika hat bereits seit 2008 eine eigene Forschungs- und Entwicklungsinitiative Wasserstoff und Brennstoffzellen. Rund ein Dutzend Pionierprojekte können bereits vorgewiesen werden. Mit den weltweit größten Vorkommen an Platin-Metallen, die in Brennstoffzellen verwendet werden, sowie einer etablierten Chemieindustrie möchte Südafrika mehr als nur Rohstofflieferant sein. Wenig überraschend ist daher, dass ein zentrales Element der Reise von Minister Habeck die Energiekooperation mit einem Schwerpunkt auf der Produktion von grünem Wasserstoff war.

Wichtiger Baustein in der wirtschaftlichen Entwicklung des Kontinents ist das Projekt panafrikanische Freihandelszone AfCFTA. Insgesamt 1,2 Milliarden Menschen und 54 Länder soll die AfCFTA perspektivisch umfassen. Damit soll der innerafrikanische Handel verstärkt werden, der aktuell bei weniger als 20 Prozent des gesamten afrikanischen Handels liegt. Bislang behindern Handelshemmnisse, Zölle sowie fehlende Infrastruktur den Warenaustausch. Die geplante Freihandelszone soll die Hemmnisse abbauen und für Wachstum sorgen. Davon werden sowohl afrikanische Unternehmen als auch ausländische Firmen, die in Afrika aktiv sind, profitieren.  

 

Im Afrikageschäft sind Geduld und Frustrationstoleranz gefragt, doch gleichzeitig sind die Marktchancen vielfältig. Sie wollen sich tiefergehend informieren?

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