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Trotz eines großen Modernisierungsstaus ist der Marktzugang in Kuba schwierig

bw-i organisierte unter Leitung von Wirtschaftsstaatssekretärin Katrin Schütz eine Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegationsreise auf die Karibikinsel.

Kontakt- und Kooperationsgespräche zwischen baden-württembergischen und kubanischen Firmenvertretern

Staatssekretärin Katrin Schütz (3.v.r.) und die politische Delegation im Gespräch mit der Europa-Direktorin Inalvis Bonachea im Ministerium für Außenhandel (MINCEX)

Besuch der Zuckerfabrik „30. November“, ein Beispiel für den Modernisierungsstau im Land

Seit der Normalisierung der Beziehungen zwischen Kuba und den USA, die der ehemalige US-Präsident Barack Obama und der kubanische Staatspräsident Raúl Castro Ende 2014 angestoßen haben, öffnet der Karibikstaat seine Wirtschaft sukzessive für ausländisches Engagement und rückt so als interessanter Wirtschaftsstandort in den Fokus.

Vor diesem Hintergrund organisierte Baden-Württemberg International (bw-i) vom 16. bis 20. Januar 2017 eine Wirtschaftsdelegationsreise nach Havanna. Die 26-köpfige Delegation unter Leitung von Katrin Schütz, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, konnte wichtige Eindrücke zur politischen und wirtschaftlichen Lage Kubas sammeln.

Der Modernisierungsbedarf des Landes springt überall ins Auge. Daran lassen sich aber nicht die Absatzchancen für Produkte festmachen. Das tatsächliche Absatzpotenzial orientiert sich in der vom Staat dominierten kubanischen Wirtschaft an den Jahr für Jahr flukturierenden Devisenzuflüssen und deren Verteilung. Geschäftschancen gerade auch für deutsche Unternehmen bieten insbesondere die Sektoren Medizintechnik, Energie, Wasser, Nahrungsmittelindustrie und Landwirtschaft. Des Weiteren sucht Kuba ausländische Investoren, um Importe zu ersetzen und die Tourismusinfrastruktur auszubauen.

Die teilnehmenden Unternehmer und Wissenschaftler aus Baden-Württemberg hatten die Gelegenheit, bei Einzelgesprächen Kontakte zu kubanischen Partnern zu knüpfen. Deutschen Unternehmen stehen jedoch je nach Produktkategorie maximal eine Handvoll staatlicher Außenhandelsunternehmen gegenüber, die den gesamten Einkauf für einen Wirtschaftssektor oder ein Produktsegment abwickeln. Dabei sind Zahlungsziele von bis zu 720 Tagen nicht ungewöhnlich. Beides erschwert den Marktzugang. Deshalb sind bislang auch nur rund 40 deutsche oder deutschstämmige Unternehmen auf Kuba aktiv, bis auf zwei Joint Venture alle auf Vertreterbasis.

Die Deutsche Botschaft wies im Briefing der Delegation darauf hin, dass sich die Verbindungen zu Kuba seit dem Besuch von Außenminister Frank-Walter Steinmeier im Jahr 2015 wesentlich verbessert haben. Das Interesse der kubanischen Seite an einem Austausch sei groß, gleichzeitig haben sich die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse kaum geändert. Kuba verfolge weiterhin das Ziel eines „wohlhabenden und nachhaltigen Sozialismus“. Dieser fuße auf einer weitreichenden Bürokratie, bei der das Delegieren nach oben Standard sei. Entscheidungsprozesse dauerten deshalb sehr lange.

Bei einem Besuch der Sonderwirtschaftszone Mariel, die 2014 eingeweiht wurde, konnte die Delegation erfahren, welche Anreize Kuba setzt, um ausländische Investoren anzusiedeln. Dort gibt es bereits ein Zementwerk, eine Werft sowie einen Containerhafen. Je nach Investoreninteresse soll die Zone schrittweise ausgebaut werden. Für bestimmte Wirtschaftszweige sind bereits Areale vorgesehen, darunter ein Technologiepark für IT und Telekommunikation, Bereiche für die Lebensmittelindustrie und Logistik sowie für Dienstleistungen für die Ölindustrie. In der Zwischenzeit haben sich 21 Unternehmen in unterschiedlichen Beteiligungsformen angesiedelt. Dies kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die mit einer Investition verbundenen Auflagen und Restriktionen ein Engagement eher unattraktiv machen.

In der Zuckerfabrik „30. November“, die im Jahr 1979 errichtet wurde, informierte sich die Delegation über die Verarbeitung von Zuckerrohr. Täglich werden dort 7000 Tonnen Zuckerrohr zermahlen. Im Jahr 2009 kam eine Zuckerraffinerie mit einer Kapazität von 400 Tonnen pro Tag hinzu. Auch hier war beim Besuch der Investitionsstau unübersehbar und die Produktions- und Arbeitsbedingungen weit entfernt von modernen Standards.

Insgesamt hinterließ die Delegationsreise bei den Teilnehmern gemischte Eindrücke. Während sich einige der Unternehmen positiv äußerten und mit Ideen für künftiges Engagement zurückkehrten, waren andere verhaltener im Hinblick auf konkrete Chancen. Grundsätzlich rieten diejenigen Teilnehmer mit Lateinamerika-Erfahrung zu einem sehr langen Atem und viel Geduld. Beides sei nötig, um irgendwann ins Geschäft zu kommen, das gelte insbesondere für Kuba.

Weitere Informationen zu der Delegationsreise finden Sie auf der Website des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau.


Ansprechpartnerinnen

Ines  Banhardt

Ines Banhardt

Außenwirtschaft und Standortmarketing Wirtschaft
Länderbereich Lateinamerika

Tel.: +49 (0)711 22787-59
Fax: +49 (0)711 22787-22
E-Mail: 


Bettina  Klammt

Bettina Klammt

Stellvertretende Leiterin der Abteilung
Außenwirtschaft und Standortmarketing Wirtschaft

Tel.: +49 (0)711 22787-943
Fax: +49 (0)711 22787-22
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