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Zukunftsmärkte in Ostafrika erkundet

bw-i reiste mit einer Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation nach Äthiopien und Kenia.

Die Delegation in Äthiopien (Foto: WM)

Kontakt- und Kooperationsbörse auf der Deutsch-Äthiopischen Wirtschaftskonferenz (Foto: WM)

Besuch im Hope Theatre in Nairobi, Kenia (Foto: WM)

Im Rahmen einer Markterkundungsreise nach Addis Abeba (Äthiopien) und Nairobi (Kenia) lotete Baden-Württemberg International (bw-i) vom 26. November bis 2. Dezember 2017 die Geschäftschancen auf dem afrikanischen Markt aus. Die knapp 30-köpfige Delegation wurde von der Staatssekretärin im Staatsministerium Baden-Württemberg, Theresa Schopper, und der Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg, Katrin Schütz, politisch begleitet. Neben zahlreichen kleinen und mittleren Unternehmen nahmen auch Verbände wie der VDMA und ZVEI sowie IHK-Vertreter und die Wissenschaft daran teil.

Die Reise war seit vielen Jahren die erste im Programm von bw-i, die nach Subsahara-Afrika führte. Auf dem Programm in beiden Ländern standen Firmenbesuche bei europäischen und lokalen Unternehmen, Gespräche mit deutschen Unternehmensvertretern, die bereits in diesen Ländern tätig sind, Kontakt- und Kooperationsbörsen mit potenziellen afrikanischen Geschäftspartnern, Termine in Ministerien sowie ausführliche Länderbriefings.

Beide Länder bieten baden-württembergischen Unternehmen Geschäftschancen, in den Ausgangsbedingungen und Voraussetzungen hierfür unterscheiden sie sich allerdings stark.

Äthiopien ist nach Nigeria das bevölkerungsreichste Land Afrikas, hier leben knapp 100 Millionen Einwohner. Um Arbeitsplätze zu schaffen und Devisen zu generieren, positioniert sich Äthiopien zunehmend als Standort für Fertigungsindustrien, insbesondere in den Bereichen Textilherstellung und Lederverarbeitung, Baumaterialien, pharmazeutische und chemische Erzeugnisse und der Herstellung und Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte. Zahlreiche chinesische und türkische Firmen sind hier bereits aktiv. China will Äthiopien als regionalen Knotenpunkt für die Herstellung von chinesischen Produkten und Waren für den afrikanischen Kontinent ausbauen.

Die Hauptherausforderungen für ausländische Unternehmen liegen in der nach wie vor staatlich gelenkten äthiopischen Wirtschaft. Die Regierung weist zwar eine grundsätzliche Reformbereitschaft auf, scheut jedoch vor Liberalisierungen im Strom-, Telekommunikations- oder Bankensektor nach wie vor zurück. Zudem beeinträchtigt die anhaltende Devisenknappheit den Markteintritt. Hierbei werden Unternehmen bevorzugt, die Investitionen in die Herstellung von Exportgütern tätigen wollen. Für Investitionen in andere Bereiche sollte man einen sehr langen Atem mitbringen, denn auch die Bürokratie ist in allen Bereichen stark ausgeprägt und die mangelnde Infrastruktur stellt ein weiteres Hindernis dar.

Gerade im Hinblick auf die junge und wachsende Bevölkerung kann sich ein frühzeitiges Engagement jedoch auszahlen, denn aufgrund des schwierigen Markteintritts ist die Konkurrenz weniger ausgeprägt und insbesondere im Konsumgüterbereich wird sich mittelfristig ein attraktiver Markt entwickeln.

Kenia hingegen präsentiert sich bereits viele Jahre als Powerhouse Ostafrikas und hat einen hoch entwickelten Privatsektor, der etwa 80 Prozent der Wirtschaft ausmacht. Aufgrund der politischen Ereignisse rund um die Wahl des Staatspräsidenten, der am 28. November 2017, 135 Tage nach seiner Wiederwahl, vereidigt werden konnte, kam die Wirtschaft jedoch seit etwa einem halben Jahr zum Erliegen. Dies wird sich in einem rückläufigen Wirtschaftswachstum niederschlagen.

Anders als in Äthiopien, wo die Korruption nicht so ausgeprägt ist, ist sie in Kenia endemisch verbreitet, aufgrund der Straflosigkeit mit zunehmender Tendenz. Da der Privatsektor stark verankert ist, ist auch die Konkurrenz höher, ebenso wie das Wissen um und die Verfügbarkeit von im Vergleich zu deutschen Waren günstigeren Produkten. Dennoch gilt auch Kenia als Wachstumsmarkt und bietet aufgrund seiner ebenfalls jungen und weiter wachsenden Bevölkerung zahlreiche Arbeitskräfte, die zudem sehr gut Englisch sprechen.

Interessante Geschäfts- und Markteintrittsmöglichkeiten können sich auch in der Zusammenarbeit mit kenianischen Start-up-Unternehmen ergeben. Hier hat sich in den vergangenen Jahren gerade in den Bereichen Medizintechnik, Fintech und Internet of Things (IoT) eine sehr lebendige Szene entwickelt, die bestrebt ist, die neuesten Technologien für den lokalen Markt anwendbar und verfügbar zu machen, um so Arbeitsplätze zu schaffen und einen Beitrag zur Entwicklung des Landes zu leisten. Auch sie müssen jedoch damit zurechtkommen, dass die Infrastrukturherausforderungen nach wie vor gewaltig und gute Internetverbindungen nicht immer und überall verfügbar sind.

Auch wenn westafrikanische Staaten wie etwa Ghana eher als Einsteigerländer für den afrikanischen Markt gelten, so lohnt sich der Blick nach Ostafrika. Nötig dafür sind Geduld und viel Zeit, die Bereitschaft, jeden Tag mit Überraschungen leben zu können und für Äthiopien auch noch die nötigen Devisen. Mut machen viele positive Beispiele gerade von der einheimischen Bevölkerung, die selbst etwas auf die Beine stellen will und an Veränderungen arbeitet.


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Bettina  Klammt

Bettina Klammt

Stellvertretende Leiterin der Abteilung
Außenwirtschaft und Standortmarketing Wirtschaft

Tel.: +49 (0)711 22787-943
Fax: +49 (0)711 22787-22
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Anja  Kümmel

Anja Kümmel

Außenwirtschaft und Standortmarketing Wirtschaft
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