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Deutsche und baden-württembergische Autoindustrie zieht es nach Mexiko

bw-i organisierte eine Informationsveranstaltung "Automobilindustrie Mexiko“ in Stuttgart.

Rund 50 Teilnehmer besuchten die Informationsveranstaltung über Mexiko

Das deutsche Interesse an Mexiko ist groß. Mexiko hat Brasilien als wichtigstes Zielland für deutsche Ausfuhren in Lateinamerika abgelöst. Im vergangenen Jahr erreichten die Exporte nach vorläufigen Zahlen ein Volumen von 11,1 Milliarden Euro, ein Plus von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Knapp 20 Prozent der deutschen Exporte in die zweitgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas stammten aus Baden-Württemberg.

Wichtigster Sektor der mexikanischen Exportwirtschaft ist die Automobilindustrie. Das Land ist mit 3,5 Millionen Einheiten der siebtgrößte Automobilhersteller der Welt. Die Zulieferindustrie wächst seit 2008 um jährlich sieben Prozent. Hauptzielmarkt der dort produzierten Komponenten und Fahrzeuge sind die USA. Über 150 deutsche Automobilzulieferer haben eigene Standorte in Mexiko. Laut des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) haben dort seit 2010 rund 40 Unternehmen einen Standort eröffnet.

Vor diesem Hintergrund informierte Baden-Württemberg International (bw-i) am  20.9.2016 in Stuttgart rund 50 Vertreter von baden-württembergischen Unternehmen über die Geschäftschancen und Herausforderungen auf dem mexikanischen Markt, speziell im Bereich Automobil/Kfz-Zulieferung und Maschinenbau. Ulrich Binkert von Germany Trade & Invest berichtete über die aktuelle Wirtschaftslage mit dem Fokus Autoindustrie sowie Energie. So können in dieser Branche seit kurzem auch private Unternehmen an Ausschreibungen um Konzessionen zur Öl- und Gasförderung teilnehmen. Das gilt auch für den Elektrizitätsbereich, wo Strom auf der 2016 eröffneten Strombörse gehandelt werden kann.

Rosemarie Fleischmann von Boege & Business aus Mexico-City erläuterte die Personalverfügbarkeit im Land. So sind im zweitbevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas rund 52 Millionen Menschen erwerbstätig, 800.000 Mitarbeiter sind in der Automobilbranche tätig. Qualifiziertes Personal mit Branchenerfahrung ist in der Nähe der Automobilstandorte zu finden. Derzeit gibt es 25 Automobilwerke, davon sind fünf in der Bau- oder Planungsphase. Des Weiteren siedeln sich neue Zulieferer an und bestehende Werke werden erweitert. Aufgrund des Investitionsbooms verstärkt sich aktuell der bestehende Fachkräftemangel. So sind Positionen im technischen Verkauf, in der Instandhaltung in der Industrie sowie im Formen- und Maschinenbau schwierig zu besetzen. Dies führt zu Abwerbungen von technischen Experten. Bei Positionen mit Erfahrung in der Automobilindustrie, so Fleischmann, komme es zu „überhöhten“ Gehältern. Sie empfiehlt, bei den Personalkosten eine hohe Fluktuation als Kostenfaktor einzukalkulieren sowie zusätzliche Leistungen wie Transport, Kantine und soziale Einrichtungen anzubieten.

Manuel Fernandez, Präsident des Investment-Büros vom Bundesstaat Guanajuato, stellte seinen Bundesstaat im Herzen von Mexiko vor. Guanajuato ist erst in den vergangenen Jahren verstärkt als wachsendes Automobilcluster in den Fokus geraten. So haben sich dort seit 2011 etwa 50 Unternehmen aus der Automobilbranche angesiedelt und mehr als 15.000 Arbeitsplätze geschaffen. Unter den Unternehmen befinden sich auch deutsche Firmen wie Schaeffler de México, BOS Automotive Products Irapuato, Eckerle de México, Getrag, Wurth Elecrtonik México. Experten rechnen damit, dass der Bundesstaat sich zum dynamischsten Automobilcluster Mexikos entwickelt.

Auch im Nachbarstaat Aguascalientes boomt die Automobilindustrie. Nissan und Daimler starten den Bau eines gemeinsamen Werks. Dort werden künftig Kompaktmodelle der Marken Mercedes sowie Infiniti vom Band laufen. Fernando Rejón, Präsident des Automobilclusters (GIRAA), lud zu den German-Mexican Automotive Meetings im Februar 2017 ein. Wolfgang Bürkle (Geschäftsführer) und Hans-Albert Büsse (Vertriebsmanager) von Feinmetall GmbH in Herrenberg berichteten von ihrem Engagement vor Ort. 2009 gründete das Unternehmen eine Vertriebsniederlassung für Kontaktstifte in Mexiko mit Sitz im German Center und bedient von dort aus das ganze Land.

Auch die HAHN+KOLB Werkzeugbau GmbH erweiterte ihr internationales Netzwerk um eine Auslandsgesellschaft in Mexiko. Vom neuen Standort Puebla aus versorgt der Werkzeug-Dienstleister seit September 2015 Kunden aus der Automobil- und Zulieferindustrie mit dem gesamten Produktportfolio. Zoran Apic, internationaler Vertriebsleiter bei HAHN+KOLB, betonte, wie wichtig es sei, sich auf die mexikanische Mentalität einzulassen; ein Punkt, der bei der Gründung einer Niederlassung im Ausland nicht zu unterschätzen sei.

Baden-Württemberg International organisiert vom 19. - 25. Februar 2017 eine Unternehmerreise nach Mexiko (México D.F., Querétaro und Aguascalientes) mit Teilnahme an den Automotive Meetings in Querétaro sowie den German-Mexican Automotive Meetings in Aguascalientes.

 


Ansprechpartnerin

Ines  Banhardt

Ines Banhardt

Außenwirtschaft und Standortmarketing Wirtschaft
Länderbereich Lateinamerika

Tel.: +49 (0)711 22787-59
Fax: +49 (0)711 22787-22
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