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Die Kompetenz der Israelis beim Thema Cybersecurity beeindruckt Experten aus dem Südwesten

Die von bw-i angebotene Delegationsreise nach Israel überzeugte mit hochwertigen Terminen und den tiefen Einblicken in Forschung und Anwendung von Cybersecurity.

Die baden-württembergische Delegation vor dem Besuch der vierten Homeland Security & Cyber Konferenz in Tel Aviv

Die Delegationsteilnehmer im Gespräch mit Carmi Gillon (links) und Elon Kaplan, Präsident und Gründer der Firma Cytegic – Cybersecurity Management Solutions

Mit dem Ziel, einen umfassenden Einblick in die israelische Kompetenz auf dem Gebiet der Cybersecurity und Sicherheit zu ermöglichen und damit auch das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit diesen Themen zu schaffen, organisierte Baden-Württemberg International (bw-i) vom 12. bis 16. November 2016 eine Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegationsreise nach Israel.

Die breit aufgestellte Delegation, die aus baden-württembergischen Hochschul- und Unternehmensexperten u.a. zu den Themen Darknet-Forschung, IT-Beratung und Sicherung kritischer Infrastrukturen bestand, stieß auf großes Interesse seitens der israelischen Gesprächspartner.

Israel gehört zu den Vorreitern beim Thema Cybersecurity. Aufgrund der geografischen Lage sowie der historisch bedingten politischen Situation des Staates Israel steht die Sicherheit im Land schon seit Jahrzenten ganz oben auf der Agenda. Hieraus resultieren eine reiche Erfahrung und ein anderer Umgang mit Bedrohungsszenarien. Diese haben sich in den vergangenen Jahren massiv verändert. Mittlerweile geschehen die Attacken zunehmend über den virtuellen Raum. Dieser Trend wird sich mit der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung aller Lebensbereiche weiter verstärken. Denn Cyberangriffe sind mit geringem Ressourcenaufwand durchzuführen und können einen enormen Schaden anrichten. Der oder die Angreifer bleiben anonym und sind physisch vom zu attackierenden Ziel meilenweit entfernt. Die Ziele nehmen zu, viele von ihnen sind nach wie vor nur unzureichend geschützt.

Die Verteidigungsfähigkeit von Staaten wird deshalb künftig nicht mehr von militärischer Stärke allein abhängen, sondern davon, auf welche Sicherheitsmechanismen zurückgegriffen werden kann, wenn kritische Infrastrukturen wie zum Beispiel Finanzsysteme oder Energienetze angegriffen werden. Sollte ein Angriff nicht verhindert werden können, beweist sich die Resilienz einer Gesellschaft darin, wie schnell das von den Angreifern verursachte Chaos – auf genau das zielen die modernen Terroristen ab – überwunden und ein Normalzustand des täglichen Lebens wieder hergestellt werden kann.

Cybersecurity wird zur Chefsache
Auch für Unternehmen hat sich die Bedrohungslage verändert. Cybersecurity wird für alle Wirtschaftsbereiche ein prioritäres Thema und rückt deshalb aus den IT-Abteilungen in eigene Sicherheitsstäbe, die dem obersten Management direkt unterstellt sind. Hier ist dann zu entscheiden, mit welchem Aufwand potenzielle Risiken vermindert und Angriffspunkte verringert sowie Anomalien schneller und effektiver entdeckt und behoben werden können.

Zu dieser komplexen Herausforderung bieten israelische Unternehmen zahlreiche Anwendungen an. Gerade viele junge Unternehmen, die in der „Start-up-Nation“ Israel umfassend gefördert werden, sind in diesem Bereich aktiv, nicht zuletzt aufgrund der Fähigkeiten, die ihre Gründer während des Militärdienstes erworben haben. Wie die Delegation bei einem Treffen mit dem Management von CyberSpark, der israelischen Cyber-Innovationsarena mit Sitz in Beer Sheva, erfuhr, gibt es mittlerweile über 400 israelische Unternehmen, die Cybersecuritylösungen anbieten. Jährlich kommen etwa 60 neue hinzu. Der um Homelandsecurity erweiterte Sektor umfasst etwa 700 Unternehmen, die vier Milliarden US-Dollar an Umsatz erzielen und damit fünf Prozent zum weltweit in diesem Bereich generierten Umsatz beitragen.

Im Bereich Cybersecurity zählt Israel neben den USA und Singapur zu den führenden Nationen. Mit dem Ausbau von Beer Sheva, einem von der Delegation ebenfalls besichtigten Standort in der Negev-Wüste, an dem die Intelligence-Einheiten der Armee ebenso angesiedelt sind wie die Ben-Gurion Universität des Negev mit einem Ausbildungsschwerpunkt in angewandter IT, Infrastrukturangebote für Ausgründungen und Start-ups sowie die F&E-Zentren internationaler Unternehmen, wird ein lebendiges Ökosystem geschaffen, das künftig zur weltweiten Cyberhauptstadt anwachsen soll.

Während der Reise konnten die Teilnehmer zahlreiche Anwendungen kennenlernen, so zum Beispiel die Produkte von Cytegic, einer Firma des früheren Inlandsgeheimdienstchefs Carmi Gillon, oder des Unternehmens ICS², das mit seinen Produkten, die dem Schutz kritischer Infrastrukturen dienen, darauf abzielt, insbesondere die operative Arbeitsumgebung zu schützen und Abweichungen durch die Auswertung aller bereits im laufenden Betrieb generierten Daten und die Darstellung dieser in ihrem Normalzustand rasch sichtbar zu machen.
Auch aktuelle Forschungsfelder und -ergebnisse beeindruckten die Delegationsteilnehmer. Einblicke konnten hier bei Gesprächen bei den Telekom Innovation Laboratories an der Ben-Gurion Universität oder dem Fraunhofer SIT Projektzentrum Cybersecurity an der Hebräischen Universität in Jerusalem gewonnen werden.

Der Leiter der Telekom Innovation Laboratories, Prof. Yuval Elovici, verdeutlichte, wie der Nachwuchs für diese Branche gewonnen wird. Wichtigster Talentpool sei die Armee. Ab dem Alter von 16 Jahren werden die Jugendlichen gezielt für bestimmte Intelligenzeinheiten ausgewählt und in speziellen Kursen für die Aufnahmeprüfung der Armee gefördert. Einige von ihnen bekommen außerdem die Möglichkeit zu einem Praktikum in den Telekom Labs und können ihre Fähigkeiten bei Aufgaben wie dem Hacken von Kühlschränken oder der Datenübertragung von Geräten ausschließlich durch das Erzeugen von Wärme bereits frühzeitig unter Beweis stellen und ausbauen.  

Auf der zum vierten Mal stattfindenden Homeland Security & Cyber Konferenz (14. - 17.11. in Tel Aviv) wurde deutlich, wie eng die Themen miteinander in Bezug stehen. Der Besuch der die Konferenz begleitenden Messe, die ausschließlich israelischen Ausstellern vorbehalten war, bot einen umfassenden Überblick über die gesamte Bandbreite der Angebote und Lösungen und die Möglichkeit, sehr gezielt Geschäftskontakte zu knüpfen.

Die meisten der Delegationsteilnehmer waren zum ersten Mal in Israel und sehr beeindruckt von dem Markt, den im Land vorhandenen Unternehmen und den kreativen Denk- und Lösungsansätzen in diesem Themenbereich. Bei vielen wurden die Erwartungen sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht hinsichtlich der angebotenen Termine übertroffen. Durchweg positiv äußerten sich die Teilnehmer auch über den Ansatz, das Thema Cybersecurity sowohl unter dem Forschungsaspekt als auch dem Anwendungsfokus kennenlernen zu können.

Aufbauend auf diesen Erfahrungen wird bw-i die für den 26. bis 29. März 2017 geplante nächste Delegationsreise nach Israel konzipieren und das Thema Cybersecurity voraussichtlich erneut mit aufgreifen. Bei Interesse an einer Teilnahme sprechen Sie uns gerne an.


Ansprechpartnerinnen

Bettina  Klammt

Bettina Klammt

Stellvertretende Leiterin der Abteilung
Außenwirtschaft und Standortmarketing Wirtschaft

Tel.: +49 (0)711 22787-943
Fax: +49 (0)711 22787-22
E-Mail: 


Alexandra  Ahmed

Alexandra Ahmed

Wissenschaft, Forschung und Kunst
Länderbereich Naher Osten, Israel, Türkei

Tel.: +49 (0)711 22787-931
Fax: +49 (0)711 22787-66
E-Mail: 



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