Banner Image
zurück

Baden-württembergische Wirtschaftsdelegation erkundet Marktchancen im indischen Bundesstaat Maharashtra

Kontakt- und Kooperationsgespräche mit indischen Firmen sowie Besuche bei Bosch Indien und Larsen & Toubro bildeten den Schwerpunkt der von bw-i organisierten Firmeninformationsreise nach Indien.

Die Wirtschaftsdelegation aus dem Südwesten besuchte den indischen Mischkonzern Larsen & Toubro

Jürgen Oswald (bw-i), Bernhard Steinrücke (Außenhandelskammer Indien), Fritz Kuhn (Oberbürgermeister Stuttgart), Minister Peter Friedrich, Radhieka R. Mehta (Indo-German Training Centre)

Vertreter der Firma Schucko H. Schulte-Südhoff im Gespräch mit indischen Managern

Die Millionenmetropole Mumbai (ehemals Bombay), Hauptstadt des Bundesstaates Maharashtra, und das rund 200 Kilometer entfernte Nashik waren Ziele der ersten von Baden-Württemberg International (bw-i) im Jahr 2015 organisierten Wirtschaftsdelegationsreise. Begleitet wurde die Reise durch den Minister für den Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten, Peter Friedrich, der im Verlauf der Reise eine Partnerschaftsvereinbarung zwischen Maharashtra und Baden-Württemberg unterzeichnete.

Dieser Bundesstaat, in dem rund 110 Millionen Menschen leben, gehört neben Dehli, Karnataka (Hauptstadt Bangalore) und Tamil Nadu (Hauptstadt Chennai)  zu den wirtschaftsstärksten indischen Bundesstaaten.

Auf dem Programm der Wirtschaftsdelegationsreise (19.- 24. Januar 2015) standen Kontakt- und Kooperationsgespräche, die individuell für die einzelnen an der Reise teilnehmenden Unternehmen organisiert worden waren, sowie Werksbesuche bei der Firma Bosch in Nashik und einem indischen Zulieferunternehmen von Bosch sowie Besuche beim größten indischen Bau- und Maschinenbauunternehmen Larsen & Toubro und dem von der Deutsch-Indischen Handelskammer betriebenen beruflichen Ausbildungszentrum in Mumbai.

Indien ist für die Bosch-Gruppe, die seit 1922 in Indien aktiv ist, ein zentraler Wachstumsmarkt. Am Standort Nashik blickt die Firma Bosch auf eine 40-jährige Präsenz zurück und hat dort eine 400 000 Quadratmeter große Produktion von Common-Rail-Systemen und Injektoren für Common-Rail-Dieseleinspritzsystemen aufgebaut, die höchsten internationalen Qualitätsstandards genügt. Ein weiteres Vorzeigeunternehmen wurde in Mumbai mit der 1938 gegründeten Firma Larsen & Toubro besucht. Das Unternehmen führt zahlreiche Projekte im Energie- und Infrastrukturbereich weltweit durch und gilt als indischer Vorreiter bei den Themen Umwelt und Nachhaltigkeit.

Der deutsche Generalkonsul in Mumbai, Michael Siebert, und der Hauptgeschäftsführer der Außenhandelskammer, Bernhard Steinrücke, informierten die Teilnehmer über die aktuelle politische und wirtschaftliche Lage in Indien und Maharashtra. Die Vorteile des Wirtschaftsstandortes Nashik stellten der Repräsentant der Confederation of Indian Industries in Nashik, der indische Unternehmer Sudhir Mutalik, sowie Kesava Venkatesan, Geschäftsführer von Thyssen Krupp India, vor. Zudem hatten die baden-württembergischen Unternehmensvertreter in Mumbai Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch mit dem Geschäftsführer von Mercedes-Benz Indien, Michael Kern, dem Geschäftsführer von SAP Indien, Clas Neumann, Hubert Reilard, Geschäftsführer des in Bangalore ansässigen Unternehmens EFD Induction LTd., sowie  dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden von BASF Indien, Prasad Chandran.

Im Rahmen einer Abendveranstaltung, an der auch der Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn und der Karlsruher Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup  sowie der indische Honorarkonsul für Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, Andreas Lapp, teilnahmen, stellte Frau Dr. Jana Helbig, Geschäftsführerin des German Center Delhi.Gurgaon, das Dienstleistungsangebot des German Center vor.

Oberbürgermeister Dr. Mentrup war mit seiner Delegation nach Mumbai gereist, um nach einem Besuch in der Stadt Pune, mit der Karlsruhe partnerschaftliche Beziehungen unterhält, gemeinsam mit der von Oberbürgermeister Kuhn angeführten Delegation an dem Festival „Stuttgart meets Mumbai“ teilzunehmen. Mumbai ist seit 1968 Partnerstadt der Landeshauptstadt Stuttgart.

Die Teilnehmer der Wirtschaftsdelegationsreise konnten sich einen eigenen Eindruck davon verschaffen, dass dieser Subkontinent große Chancen gerade auch für deutsche Mittelständler bietet. Die neue Regierung unter Ministerpräsident Narendra Modi, die seit Mai des vergangenen Jahres im Amt ist, hat für eine Aufbruchsstimmung in dem nach China mit 1,2 Milliarden Menschen zweitbevölkerungsreichsten Land gesorgt, die bei allen Gesprächen zu spüren war. Schätzungen zufolge wird Indien 2025 China in Hinblick auf die Bevölkerungszahl überholt haben. Bürokratieabbau, Bekämpfung der Korruption und ein wirtschaftsfreundliches Klima zu schaffen, stehen ganz oben auf der Agenda der Modi-Regierung.

Allerdings hat die Regierung noch viele Aufgaben vor sich, um das riesige Land, in dem nach wie vor 400 Millionen Menschen mit weniger als ein Dollar und weitere 400 Millionen mit weniger als zwei Dollar pro Tag auskommen müssen, auf ein mit China vergleichbares wirtschaftliches Niveau zu heben. Nach Aussage der Gesprächspartner vor Ort sei China in der wirtschaftlichen Entwicklung 15 bis 20 Jahre voraus. Wie sehr sich Indien mit dem großen Nachbarn im Osten misst, wurde gerade in diesen Tagen deutlich. Die neueste Prognose der Weltbank, wonach im Jahr 2015 die Wirtschaft Indiens sogar etwas stärker als die Chinas wachsen werde, wurde in der indischen Presse in diesen Tagen sehr positiv aufgenommen.

Nach wie vor ist in Indien die Armut einer großen Bevölkerungsmehrheit und die gewaltigen sozialen Unterschiede allgegenwärtig. In Mumbai leben mehr als die Hälfte der 16 bis 20 Millionen Einwohner (die Zahlenangaben variieren) in Slums. In Mumbai, der größten Stadt Indiens, lebten aber auf der anderen Seite mehr Milliardäre als in New York, so AHK-Geschäftsführer Steinrücke. Andererseits ist Indien bereits heute auch schon ein Hightech-Standort. So beziehen viele international tätige Unternehmen ihre IT-Dienstleistungen schon jetzt aus Indien. SAP beschäftigt in Bangalore mittlerweile rund 6000 Software-Experten.

Die Werke großer internationaler Konzerne in Indien sind in globale Wertschöpfungsketten integriert. Produziert werde nach weltweit geltenden Qualitätsstandards. Davon konnte sich die Delegation bei dem Besuch bei Bosch in Nashik in eindrucksvoller Weise selbst ein Bild machen. Viele Unternehmen haben auch bereits Forschungs- und Entwicklungseinheiten nach Indien verlagert. Von den Vertretern deutscher Unternehmen in Indien wurde immer wieder betont, dass es erforderlich sei, vor Ort zu produzieren und zu entwickeln, um den wachsenden indischen Markt und von dort aus auch die Märkte Süd- und Südostasiens bedienen zu können. Mumbai, Nashik und Pune, die ein wirtschaftsstarkes Dreieck im Bundesstaat Maharashtra bildeten, eigneten sich sehr gut als Investitionsstandorte. Deutsche Stärken wie strategisch ausgerichtetes Planen und die indische Fähigkeit zur kreativen Problemlösung ließen sich sehr gut kombinieren.  

Mehrfach wurde die baden-württembergische Wirtschaftsdelegation darauf hingewiesen, dass Indien eher als ein eigener Kontinent denn als ein Land gesehen werden sollte. Mit einer Fläche von 3,3 Millionen Quadratkilometern ist Indien das siebtgrößte Land der Welt. Mit seinen 29 Bundesstaaten und der großen Sprachenvielfalt sei Indien eher mit der Europäischen Union zu vergleichen. In Indien werden weit mehr als 100 Sprachen gesprochen. Nur gebildete Schichten sprechen eine der überregionalen Sprachen Hindi oder Englisch. Diese Sprachenvielfalt und die Tatsache, dass der Handel zwischen den einzelnen Bundesstaaten allein wegen unterschiedlicher Zölle nach wie vor erschwert ist, stelle auch ausländische Unternehmen in Indien vor größere Herausforderungen.    

Dennoch wird Indien nach den Worten von Jürgen Oswald, Geschäftsführer von Baden-Württemberg International, auch in den kommenden Jahren im Fokus der Außenwirtschaftsaktivitäten des Landes bleiben. „Von den vier BRIC-Staaten haben Indien und China aktuell die besten Wachstumsaussichten. Und die Kooperationsgespräche, die die Teilnehmer in Mumbai und Nashik führen konnten, haben gezeigt, dass es gerade auch für baden-württembergische Unternehmen in Indien vielfältige Ansätze für ein wirtschaftliches Engagement gibt“, fasste Oswald das Ergebnis der Wirtschaftsdelegationsreise zusammen.   


Ansprechpartnerin

Anna  Krywalski

Anna Krywalski

Außenwirtschaft und Standortmarketing Wirtschaft
Länderbereiche Indien, Australien und Baltische Staaten

Tel.: +49 (0)711 22787-936
Fax: +49 (0)711 22787-22
E-Mail: 



Veranstaltungen



Aktuelle Termine

Unternehmen & Cluster

Unternehmen & Cluster

30.05.2016 - 30.06.2016

12 Einträge gefunden

30.05.2016 - 03.06.2016
IFAT 2016
01.06.2016 - 03.06.2016
ILA 2016
01.06.2016 - 04.06.2016
ITM Istanbul Texpo Eurasia 2016
01.06.2016 06:00 pm
07.06.2016 - 10.06.2016
ITM Polska 2016
19.06.2016 - 26.06.2016
Firmeninformationsreise zum Cannes Lions International Festival of Creativity
20.06.2016 02:00 pm
21.06.2016 09:00 am
22.06.2016 - 24.06.2016
Intersolar Europe 2016
22.06.2016 - 26.06.2016
CIMES 2016

Seite 1 von 2 12 >>

Investoren

Investoren

30.05.2016 - 30.06.2016

Keine Termine gefunden

Hochschulen & Forschung

Hochschulen & Forschung

30.05.2016 - 30.06.2016

1 Einträge gefunden

29.05.2016 - 03.06.2016
NAFSA Annual Conference & Expo

Seite 1 von 1 1

Regionen & Kommunen

Regionen & Kommunen

30.05.2016 - 30.06.2016

2 Einträge gefunden

30.05.2016 - 03.06.2016
IFAT 2016
01.06.2016 - 03.06.2016
ILA 2016

Seite 1 von 1 1

Ministerien & Institutionen

Ministerien & Institutionen

30.05.2016 - 30.06.2016

Keine Termine gefunden


Veranstaltungssuche

 
mehr Veranstaltungen