Banner Image
zurück

Baden-Württembergische Delegation auf der Suche nach dem Erfolgsgeheimnis der Start-up-Nation Israel

bw-i organisierte eine Unternehmerreise nach Israel, die von den Ministern Dr. Nils Schmid und Andreas Stoch begleitet wurde.

Die Delegation zu Besuch bei Start-Up Nation Central, dem Herzen der israelischen Start-up-Nation

Jennifer Dungs (Fraunhofer IAO) im Gespräch mit Mickey Steiner, dem BETATEC-Vorsitzenden und Vizepräsidenten der AHK Israel

Die Delegation zu Besuch in The Library, dem Zentrum der Start-up-Community in Tel Aviv

Roundtable u.a. mit Vertretern der Deutsche Telekom hub:raum Accelerator, dem SAP Co-Innovation Center Israel und von Startup Nation Central

Minister Dr. Schmid im Gespräch mit AXSOS-Vorstand Frank Müller in der Niederlassung in Ramallah (Copyright: AXSOS AG)

Eine baden-württembergische Delegation unter Leitung der Minister Dr. Nils Schmid und Andreas Stoch war vom 14. bis 18. Februar 2015 in Israel, um dem Erfolgsgeheimnis der Start-up-Nation Israel auf die Spur zu kommen. An den Standorten Jerusalem und Tel Aviv informierte sich die Unternehmerdelegation über das kreative Umfeld, institutionelle Anreize und den kulturellen Kontext, die Erfolge wie die von ICQ, waze oder mobileye möglich gemacht haben.

Israel ist das Land mit der höchsten Dichte an Start-up-Unternehmen. Laut Wendy Singer, Geschäftsführerin von Start-up Nation Central, kommt auf 2000 Menschen ein Start-up-Unternehmen. Bei einer Gesamteinwohnerzahl Israels von 8,2 Mio. Einwohnern sind dies rund 5.000 Unternehmensneugründungen. Diese finden vor allem im Technologiebereich statt und sind somit interessant für Investoren und Unternehmen aus dem Ausland. Aus baden-württembergischer Sicht können israelische Innovationen einen entscheidenden Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der hiesigen Industrie leisten. Ziel der Reise war es deshalb, Kooperationspotenziale zwischen baden-württembergischen Unternehmen und israelischen Start-ups auszuloten.

Baden-Württemberg International (bw-i) organisierte die Unternehmerreise nach Israel. Der Wirtschaftsdelegation aus Baden-Württemberg gehörten Geschäftsführer verschiedener mittelständischer Unternehmen aus den Bereichen IT und Maschinenbau sowie Vertreter des Fraunhofer Instituts, der Hochschule Heilbronn und der Clusterorganisation BW connected an. Mit dem umfangreichen und vielseitigen Programm an den Standorten Jerusalem und Tel Aviv wurde ein Spannungsbogen verfolgt, der ausgehend vom Kennenlernen und Eintauchen in die Start-up-Kultur Israels zu konkreten Ansätzen hinsichtlich der Zusammenarbeit zwischen baden-württembergischen mittelständischen Unternehmen und Start-up-Unternehmen aus Israel, die innovative Lösungen gerade im Bereich IT und Cybersecurity anbieten, führen soll. Dies ist für zahlreiche in Baden-Württemberg führende Branchen, allen voran der Maschinenbau und die Automobilindustrie, interessant, da hier die Digitalisierung und Vernetzung enorm voranschreiten und unter der Überschrift „Industrie 4.0“ vorangetrieben und forciert werden.

Im Rahmen firmenindividueller Termine konnten die Baden-Württemberger mit potenziellen israelischen Geschäftspartnern konkrete Ansätze der Zusammenarbeit erörtern. Das Fazit hierzu fiel überwiegend positiv aus, ein Großteil der Teilnehmer äußerte sich begeistert über die Qualität der Gespräche und beurteilte die Chancen einer Kooperation als vielversprechend.

Darüber hinaus zählten Workshops zu den Themen Mobilität und IT zu den Höhepunkten des Programms. Im Format von zehnminütigen Pitches präsentierten israelische Jungunternehmer den baden-württembergischen Teilnehmern ihre Produkte und Dienstleistungen. Weitere Termine waren ein Besuch bei der israelischen Firma Checkpoint, die Besichtigung von Start-up-Unternehmen entlang des Rothschild-Boulevards, Gespräche mit Venture Capital Fonds oder ein Erfahrungsaustausch mit Vertretern deutscher Unternehmen, die bereits in Israel aktiv sind und sich die lebendige Start-up-Szene zu Nutze machen.

Von allen Gesprächspartnern wurde eine Reihe von Gründen für den Erfolg israelischer Start-up-Unternehmen ausgemacht. Die Weichenstellungen hierfür wurden vor etwa  20 Jahren von politischer Seite aus gelegt, als mit Yozma der erste Venture Capital Fond aufgelegt wurde und das Gesetz zur Förderung industrieller Forschung und Entwicklung in Kraft trat. Daneben dient der Militärdienst, der für alle jungen Israelis, die nicht arabischer Abstammung oder ultraorthodox sind, verpflichtend ist, als Kaderschmiede und Netzwerkplattform. Insbesondere die Eliteeinheiten treiben die technologischen Entwicklungen voran und entwickeln gleichzeitig eine enorme Nachfrage. Dieses im Militärdienst erworbene Wissen machen sich die Gründer zu Nutze und übersetzen es erfolgreich in Produkte und Dienstleistungen, die außerhalb des militärischen Bereichs Anwendung finden. Auch die zahlreichen Immigranten, die in mehreren Wellen ins Land kamen, bilden einen noch nicht ausgeschöpften Talentpool, insbesondere die Einwanderer aus der früheren Sowjetunion, von denen viele eine fundierte technische oder Ingenieursausbildung mitbrachten. Neben mittlerweile rund 22 Venture Capital Fonds und somit potenziellen Geldgebern zur Umsetzung der Ideen tragen aber auch die weichen Faktoren maßgeblich zum Erfolg bei. Immer wieder genannt wurden eine hohe Risikobereitschaft, der Mut zum Scheitern, das Hinterfragen und Herausfordern des Bewährten sowie das globale Denken – bei einem kleinen Binnenmarkt und der politisch angespannten Situation im Nahen Osten ist gerade letzteres in vielerlei Hinsicht für Israel überlebensnotwendig. 

Aber auch gemeinsame Termine mit Dr. Nils Schmid, Stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Finanzen und Wirtschaft, und Andreas Stoch, Minister für Kultus, Jugend und Sport, beeindruckten die Delegation. Für alle bewegend war der Besuch des Museums zur Geschichte des Holocaust in Yad Vashem. Beide Minister legten als Zeichen des Respekts vor den Opfern in der Gedenkhalle gemeinsam einen Kranz nieder.

Zu den Terminen der Politischen Delegation unter Leitung von Minister Dr. Schmid zählten neben politischen Gesprächen und Treffen mit Vertretern wichtiger israelischer Wirtschaftsorganisationen auch Unternehmensbesuche bei TEVA Pharmaceuticals Industries in Petach Tikva sowie der Nahost-Niederlassung des Stuttgarter IT-Dienstleisters AXSOS AG in Ramallah. TEVA ist mit circa 45 000 Mitarbeitern weltweit und eigenen Niederlassungen in 60 Ländern das größte israelische Unternehmen und zugleich Weltmarktführer in der Generikaherstellung. Die Hauptniederlassung in Deutschland befindet sich am Standort Ulm in Baden-Württemberg.

Der Besuch in den Palästinensischen Gebieten verschaffte der Delegation Einblicke in die wirtschaftliche und bildungspolitische Situation im Westjordanland.  Alles andere als ein Standardtermin war dann auch der Besuch in der Niederlassung des baden-württembergischen IT-Unternehmens AXSOS AG in Ramallah. Was mit drei Mitarbeitern begann, ist inzwischen ein Standort mit über 30 Mitarbeitern geworden.  Auch zukünftig sollen weitere Arbeitsplätze geschaffen werden. AXSOS-Vorstand Frank Müller möchte jungen Palästinensern Perspektiven bieten. Dies honorierte auch Dr. Schmid, indem er, direkt an Frank Müller gewendet, festhält: „Ihrem unternehmerischen Mut und Ihrer kreativen Weitsicht gilt meine höchste Anerkennung.“ Beim anschließenden Rundgang durch die AXSOS-Niederlassung kamen die Delegationsteilnehmer dann sehr schnell mit den jungen Spezialisten ins Gespräch, nicht selten sogar in fließendem Deutsch.

Großes Interesse wurde der gesamten Delegation auch im Rahmen eines Abendempfangs auf Einladung der Deutschen Botschaft, des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft, des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport und des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags in Tel Aviv entgegengebracht. Hier bestätigte sich, was der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, Andreas Michaelis, der Delegation bei seinem einführenden Briefing von den Ergebnissen zweier aktueller Umfragen berichtet hatte: die Israelis treten gegenüber Deutschen sehr offen und interessiert auf, Deutschland sei inzwischen zum beliebtesten Land in Europa aufgestiegen und jeder vierte Israeli war bereits in Deutschland. Ganz hoch im Kurs steht dabei auch der Schwarzwald.

Die Delegationsreise hat gezeigt: Israel lohnt sich und eine Zusammenarbeit zwischen baden-württembergischen und israelischen Unternehmen kann für beide Seiten erfolgversprechend sein. Baden-Württemberg International wird dies mit weiteren Aktivitäten verfolgen. Im Rahmen des Jubiläumsjahres „50 Jahre Diplomatische Beziehungen Deutschland- Israel“  werden zudem in beiden Ländern eine Reihe von Veranstaltungen angeboten, die allesamt Möglichkeiten bieten, die Zusammenarbeit auf wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Gebiet zu vertiefen.


Ansprechpartnerin

Bettina  Klammt

Bettina Klammt

Stellvertretende Leiterin der Abteilung
Außenwirtschaft und Standortmarketing Wirtschaft

Tel.: +49 (0)711 22787-943
Fax: +49 (0)711 22787-22
E-Mail: 




Aktuelle Termine

Unternehmen & Cluster

Unternehmen & Cluster

11.12.2017 - 31.12.2017

Keine Termine gefunden

Investoren

Investoren

11.12.2017 - 31.12.2017

Keine Termine gefunden

Hochschulen & Forschung

Hochschulen & Forschung

11.12.2017 - 31.12.2017

Keine Termine gefunden

Regionen & Kommunen

Regionen & Kommunen

11.12.2017 - 31.12.2017

Keine Termine gefunden

Ministerien & Institutionen

Ministerien & Institutionen

11.12.2017 - 31.12.2017

Keine Termine gefunden


Veranstaltungssuche

 
mehr Veranstaltungen