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Die Mongolei bietet Chancen für baden-württembergische Unternehmen

Baden-Württemberg International (bw-i) organisierte im Juni 2014 eine Markterkundungsreise unter Leitung von Finanz- und Wirtschaftsminister Dr. Nils Schmid in eines der rohstoffreichsten Länder der Welt.

Jürgen Oswald (bw-i), mongolischer Finanzminister Ch. Ulaan, Dr. Stefan Hanselmann (GIZ), deutscher Botschafter Gerhard Thiedemann, Minister Dr. Nils Schmid, Dr. Peter Kulitz (IHK); Copyright Christof Sage

Besucher der "German-Mongolian Corporate Days" am Baden-Württemberg-Stand

bw-i-Geschäftsführer Jürgen Oswald (r.) moderierte den Erfahrungsaustausch zwischen den baden-württembergischen Delegationsmitgliedern und deutschen Unternehmensvertretern in der Mongolei

Die Mongolei, ein Land viereinhalbmal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland, gehört mit gerade einmal drei Millionen Einwohnern zu den am dünnsten bevölkerten Staaten der Welt. Knapp die Hälfte der Mongolen lebt in der Hauptstadt Ulaanbaatar, die auch das wirtschaftliche Zentrum des Landes darstellt. Geprägt wird das Land, das über riesige Rohstoffvorkommen verfügt, die zu einem Großteil noch gar nicht erkundet sind, von seiner geographischen Lage. Eingekeilt zwischen zwei großen Nachbarn, Russland im Norden und China im Süden, ist das Land sehr am Aufbau von Kontakten gerade auch zu Deutschland interessiert. 2011 wurde zwischen beiden Ländern bereits ein Abkommen über eine Zusammenarbeit im Rohstoff-, Industrie- und Technologiebereich geschlossen.

Deutschland genießt bei den Mongolen ein hohes Ansehen. Die Tatsache, dass etwa 30.000 Mongolen die deutsche Sprache beherrscht, erleichtert auch ein wirtschaftliches Engagement deutscher Mittelständler. Der Vorsitzende des Deutsch-Mongolischen Unternehmensverbandes (DMUV), Gerhard Wackenhut, ermunterte die mitgereisten baden-württembergischen Unternehmensvertreter ausdrücklich die Chancen, die das wirtschaftlich aufstrebende Land bietet, zu nutzen, und verwies aber auch auf die Hürden, die die Zusammenarbeit erschweren. 

In einem vom DMUV organisierten Round-Table-Gespräch mit Vertretern deutscher Unternehmen vor Ort wurde deutlich, dass die kulturellen Unterschiede zwischen  Deutschland und der Mongolei nicht unterschätzt werden dürfen. Schriftliche Verträge hätten einen gänzlich anderen Stellenwert als in Deutschland, das Geschäftsleben beruhe sehr stark auf dem persönlichen Kontakt. Auch das Thema Korruption spiele nach wie vor eine Rolle, wenngleich bei der mongolischen Regierung hier mittlerweile durchaus ein Problembewusstsein bestehe.

Allerdings ist der ökonomische Wandel in dem Land, das angesichts der vergleichsweise kleinen Bevölkerungszahl einen begrenzten Markt darstellt, unverkennbar. „Das Land ist wegen seiner gewaltigen Rohstoffvorkommen und des großen Infrastrukturbedarfs auch für baden-württembergische Unternehmen ein interessanter Markt“, fasste Minister Dr. Nils Schmid seine Eindrücke nach der sechstägigen Reise (15. bis 19. Juni 2014) zusammen. Insbesondere für Maschinen- und Anlagenbauer sowie für Ingenieurdienstleister würden sich Geschäftsmöglichkeiten bieten, beispielsweise beim Abbau und der Weiterverarbeitung von Rohstoffen.

Großer Nachholbedarf besteht zudem im Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Die Delegationsteilnehmer erfuhren, dass nur rund drei Prozent der Straßen geteert sind. Durch die extrem großen Temperaturunterschiede mit bis zu 30 Grad Celcius im Sommer und bis zu fünfzig Grad minus in den langen Wintermonaten sind die Fahrbahnbeläge sehr hohen Belastungen ausgesetzt.

Aktuell ist die konjunkturelle Lage des Landes eher bescheiden, allerdings auch nach Einschätzung des deutschen Botschafters in der Mongolei, Gerhard Thiedemann, mittel- und längerfristig durchaus positiv einzuschätzen. In einer Informationsveranstaltung speziell für die baden-württembergische Wirtschaftsdelegation unterstrich Botschafter Thiedemann, dass Deutschland der wichtigste Handelspartner der Mongolei in der Europäischen Union ist.

Im Jahr 2013 hat Deutschland Waren im Wert von 172 Mio. € in die Mongolei geliefert, was einem Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Demgegenüber hat Deutschland aus der Mongolei Waren im Wert von 11,5 Mio. € (plus 21,6 Prozent gegenüber 2012) importiert.

Ein Besuch bei dem Brauerei- und Getränkebetrieb APU, des in der Mongolei größten Herstellers von Milchprodukten, Bier, Softgetränken und Wodka,  zeigte, dass sich auch im Bereich der Nahrungsmittelproduktion Geschäftsmöglichkeiten eröffnen können.

Große Potentiale für baden-württembergische Unternehmen bergen auch die Bereiche Bau und Innausbau. Claus Munkwitz, Hauptgeschäftsführer der Handwerkkammer Region Stuttgart, zeigte sich überzeugt, dass sich hier interessante Betätigungsfelder für baden-württembergische Handwerksunternehmen wie beispielsweise Elektriker ergeben könnten.  

Für Dr. Peter Kulitz, Präsident des Industrie- und Handelskammertages Baden-Württemberg, stellt die Zusammenarbeit im Bereich der beruflichen Bildung eine Schlüsselrolle für enge wirtschaftliche Beziehungen zwischen beiden Ländern dar.

Auch Jürgen Oswald, Geschäftsführer von bw-i, zog ein positives Fazit der Reise. „Wir hatten die Möglichkeit, Baden-Württemberg bei den vom GIZ-Experten Dr. Stefan Hanselmann und dem DMUV sehr gut organisierten German-Mongolian Corporate Days umfassend zu präsentieren. Besonders gefreut hat uns, dass sich die mitgereisten Unternehmer aus Baden-Württemberg dank eines dichten Besuchsprogramms ein recht detailliertes Bild von der Mongolei machen konnten. Auch die von bw-i vorbereiteten Gesprächskontakte zwischen baden-württembergischen und mongolischen Unternehmen hatten offensichtlich einen hohen Informationsgehalt.“

Die German-Mongolian Corporate Days, die 2012 von der Integrierten Rohstoffinitiative der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ins Leben gerufen worden waren, fanden in diesem Jahr im Rahmen des vierzigjährigen Jubiläums der deutsch-mongolischen Beziehungen statt.

Auf dem baden-württembergischen Informationsstand beteiligten sich fünf baden-württembergische Unternehmen mit einem Messestand. Die baden-württembergischen Unternehmen nutzten zudem die Möglichkeit, Ihre Produkte und Dienstleistungen im Rahmen des Konferenzprogramms zu präsentieren und zuvor vereinbarte Gesprächskontakte zu knüpfen.


Ansprechpartnerin

Anja  Kümmel

Anja Kümmel

Außenwirtschaft und Standortmarketing Wirtschaft
Länderbereich China

Tel.: +49 (0)711 22787-935
Fax: +49 (0)711 22787-22
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